Liedtke Kunststofftechnik
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Hochleistungsthermoplast

PEI bearbeiten und zerspanen

Amorpher Hochleistungsthermoplast für Dauereinsatz bis 170 °C, inhärent flammwidrig (UL 94 V0) und bernsteinfarben transparent. Zerspanung bis ±0,02 mm.

Überblick

Was ist PEI?

PEI (Polyetherimid) – amorpher Hochleistungsthermoplast, von Natur aus flammwidrig und bernsteinfarben transparent

Handelsnamen: PEI, Ultem®
Dichte1,27 g/cm³Streckspannung110 MPaEinsatztemperatur-50 bis 170 °C
Datenblatt

Technische Kennwerte

Typische Mittelwerte für unverstärktes Material natur, abgesichert durch statistische Prüfungen nach DIN EN 15860. Keine rechtlich verbindliche Zusicherung bestimmter Eigenschaften. Tatsächliche Werte können je nach Halbzeug und Sorte abweichen.
EigenschaftWertPrüfnorm
Allgemeine Eigenschaften
Dichte1,27 g/cm³DIN EN ISO 1183-1
Feuchtigkeitsaufnahme0,5 %DIN EN ISO 62
Brennverhalten (Dicke 3 mm / 6 mm)V0 / V0UL 94
Mechanische Eigenschaften
Streckspannung110 MPaDIN EN ISO 527
Reißdehnung12 %DIN EN ISO 527
E-Modul3100 MPaDIN EN ISO 527
Kerbschlagzähigkeit4 kJ/m²DIN EN ISO 179
Shore Härte86 scale DDIN EN ISO 868
Thermische Eigenschaften
Wärmeleitfähigkeit0,24 W/(m·K)DIN 52612-1
Wärmekapazität1,10 kJ/(kg·K)DIN 52612
Linearer Ausdehnungskoeffizient45 ·10-6/KDIN 53752
Einsatztemperatur langfristig-50 bis 170 °CAverage
Einsatztemperatur kurzzeitig (max.)210 °CAverage
Wärmeformbeständigkeit200 °CDIN EN ISO 75, Verf. A, HDT
Elektrische Eigenschaften
Dielektrizitätszahl3,2IEC 60250
Dielektrischer Verlustfaktor (50 Hz)0,0015IEC 60250
Durchgangswiderstand1015 Ω·cmDIN EN 62631-3-1
Oberflächenwiderstand1015 ΩDIN EN 62631-3-2
Vergleichszahl der Kriechwegbildung (CTI)150IEC 60112
Durchschlagfestigkeit30 kV/mmIEC 60243
Häufige Fragen

PEI im Detail

1Was ist PEI?+

PEI (Polyetherimid) ist ein amorpher Hochleistungsthermoplast, der von Natur aus – ganz ohne Flammschutzmittel – schwer entflammbar ist (UL 94 V0) und dabei nur sehr wenig Rauch entwickelt. Die Wärmeformbeständigkeit liegt bei 200 °C, der Dauereinsatz ist bis etwa 170 °C möglich, kurzzeitig auch bis 210 °C. In seiner Grundform ist PEI bernsteinfarben transparent. Durch die amorphe (nicht teilkristalline) Struktur schwindet und verzieht sich der Werkstoff bei der Bearbeitung sehr gleichmäßig – ein Vorteil gegenüber teilkristallinen Hochleistungskunststoffen wie PEEK bei engen Toleranzen.

2Wie wird PEI bei Liedtke bearbeitet?+

PEI lässt sich ähnlich gut spanend bearbeiten wie Polycarbonat – Drehen, Fräsen und Bohren sind unproblematisch, scharfe Werkzeuge und moderate Vorschübe vermeiden Kantenausbrüche. Da der Werkstoff amorph ist, treten beim Zerspanen kaum innere Spannungen auf, wie sie bei teilkristallinen Materialien durch ungleichmäßige Abkühlung entstehen können – das begünstigt maßhaltige Bauteile auch ohne aufwendiges Tempern. Vor dem Verkleben oder bei sehr engen Toleranzen empfehlen wir dennoch eine kurze Vortrocknung, da PEI wie die meisten Polyetherimide etwas hygroskopisch ist.

3Wann sollte ich PEI wählen?+

PEI eignet sich, wenn mehrere dieser Anforderungen zusammenkommen: Dauereinsatz bei erhöhten Temperaturen bis rund 170 °C, hohe Anforderungen an Flammwidrigkeit und Rauchgasdichte (z. B. Kabineninnenausstattung in der Luftfahrt), sehr gute elektrische Isolierfähigkeit in Elektronik und Elektroindustrie, Einsatz in der Halbleiterfertigung (Wafer-Handling, Front-End- und Back-End-Prozesse, Hoch- und Tieftemperaturanwendungen) sowie Bauteile, die trotz hoher Steifigkeit maßhaltig und gut zerspanbar bleiben müssen.

4Was bestimmt den Preis eines PEI-Teils?+

PEI liegt preislich klar unter Hochleistungskunststoffen wie PEEK, aber über klassischen Konstruktionskunststoffen wie PC oder POM – es positioniert sich damit im mittleren bis oberen Preissegment der technischen Kunststoffe. Den Bauteilpreis bestimmen vor allem Halbzeugform und -abmessung, Materialausnutzung (Verschnitt), Zerspanungsaufwand und Losgröße. Verbindliche Preise nennen wir gern auf Anfrage anhand Ihrer Zeichnung.

5Wann ist PEI nicht die richtige Wahl?+

PEI ist nicht immer die wirtschaftlichste oder technisch passende Lösung: Bei moderaten Temperaturen und Belastungen genügen oft günstigere Konstruktionskunststoffe wie PC, PA oder POM. Die Kerbschlagzähigkeit ist mit 4 kJ/m² vergleichsweise gering – bei schlagartiger Belastung oder scharfen Kerben ist PEI empfindlicher als etwa PC. Bei dauerhafter Bewitterung im Freien ohne UV-Schutz kann die bernsteinfarbene Grundfarbe nachdunkeln. Wird Dauereinsatz oberhalb von 170 °C benötigt, sind teilkristalline Hochleistungskunststoffe wie PEEK oder PPS oft die belastbarere Wahl.

6Vorteile und Nachteile von PEI+

Eine ehrliche Abwägung: Vorteile: Von Natur aus flammwidrig (UL 94 V0) ohne Zusatzstoffe, sehr geringe Rauchgasentwicklung im Brandfall, hohe Steifigkeit auch bei erhöhten Temperaturen, sehr gute elektrische Isolierfähigkeit, gute Beständigkeit gegen energiereiche Strahlung, amorph und damit gut maßhaltig zerspanbar. Nachteile: Vergleichsweise geringe Kerbschlagzähigkeit, eingeschränkte Dauereinsatztemperatur gegenüber PEEK, bernsteinfarbene Grundfarbe nicht UV-stabil im Freieneinsatz, höherer Materialpreis als Standard-Konstruktionskunststoffe.

Typische Eigenschaften

  • Hohe Steifigkeit auch bei hohen Temperaturen
  • Von Natur aus flammwidrig (UL 94 V0)
  • Geringe Rauchgasentwicklung im Brandfall
  • Gute Beständigkeit gegen energiereiche Strahlung
  • Sehr gute elektrische Isolierfähigkeit
  • Amorph, gut maßhaltig zerspanbar
  • Bernsteinfarben transparent

Typische Industrien

  • Elektroindustrie
  • Elektronik
  • Luft- und Raumfahrt
  • Halbleiterindustrie (Front-End, Wafer Handling, Back-End)
  • Medizintechnik
  • Maschinen- und Anlagenbau
Datenblätter · Konformität

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