Was ist PC?
PC (Polycarbonat) – amorpher, transparenter Hochleistungs-Thermoplast, extrem schlagzäh und wärmeformbeständig
Technische Kennwerte
| Eigenschaft | Wert | Prüfnorm |
|---|---|---|
| Allgemeine Eigenschaften | ||
| Dichte | 1,20 g/cm³ | DIN EN ISO 1183-1 |
| Wasseraufnahme (24 h) | 0,3 % | DIN EN ISO 62 |
| Brennverhalten | HB (FR-Typen V-2/V-0) | UL 94 |
| Baustoffklasse | B2 (schwer entflammbare Typen: B1) | DIN 4102 |
| Optische Eigenschaften | ||
| Lichttransmission (3 mm) | ~ 89 % | DIN 5036-3 |
| Brechungsindex nD^20 | 1,585 | DIN EN ISO 489 |
| Mechanische Eigenschaften | ||
| Streckspannung (23 °C) | 60 MPa | DIN EN ISO 527 |
| Reißdehnung | >80 % | DIN EN ISO 527 |
| E-Modul | 2300 MPa | DIN EN ISO 527 |
| Biegefestigkeit | 90 MPa | DIN EN ISO 178 |
| Schlagzähigkeit (Charpy, ungekerbt) | kein Bruch kJ/m² | DIN EN ISO 179 |
| Kerbschlagzähigkeit (Charpy) | 65 kJ/m² | DIN EN ISO 179 |
| Kugeldruckhärte | 110 MPa | DIN EN ISO 2039-1 |
| Thermische Eigenschaften | ||
| Glasübergangstemperatur | ~ 147 °C | ISO 11357 |
| Vicat Erweichungstemperatur | 145 °C | DIN EN ISO 306, Vicat B 50 |
| Wärmeformbeständigkeit | 130 °C | DIN EN ISO 75, Verf. A, HDT |
| Einsatztemperatur langfristig | -40 bis 120 °C | Average |
| Einsatztemperatur kurzzeitig (max.) | 135 °C | Average |
| Linearer Ausdehnungskoeffizient | 65 ·10⁻⁶/K | DIN 53752 |
| Wärmeleitfähigkeit | 0,20 W/(m·K) | DIN 52612-1 |
| Elektrische Eigenschaften | ||
| Durchgangswiderstand | >10¹⁵ Ω·cm | DIN EN 62631-3-1 |
| Oberflächenwiderstand | >10¹⁵ Ω | DIN EN 62631-3-2 |
| Durchschlagfestigkeit | ~ 30 kV/mm | IEC 60243 |
PC im Detail
1Was ist PC?+
PC gehört zu den amorphen Thermoplasten und besitzt daher keinen definierten Schmelzpunkt, sondern erweicht oberhalb der Glasübergangstemperatur (rund 147 °C). Das herausragende Merkmal ist die extreme Zähigkeit: PC ist auch bei tiefen Temperaturen kaum zerbrechlich und übertrifft die Schlagzähigkeit von Acrylglas um ein Vielfaches. Es ist steif, maßstabil und transparent (rund 89 %), dabei jedoch an der Oberfläche vergleichsweise weich und kratzempfindlich. PC ist zudem empfindlich gegenüber vielen Chemikalien.
2Wie wird PC bei Liedtke bearbeitet?+
PC lässt sich gut spanend bearbeiten – Fräsen, Drehen, Bohren und Sägen gelingen sauber und maßhaltig. Zusätzlich bieten wir Kaltbiegen (Abkanten), Warmumformen, Polieren und Kleben an. Vor der Warmumformung trocknen wir PC wegen seiner Hygroskopie vor; nach der Bearbeitung kann ein Tempern Eigenspannungen abbauen. Wegen der Spannungsrissempfindlichkeit verzichten wir auf lösemittelhaltige Kühlschmierstoffe. So fertigen wir zuverlässig schlagfeste, transparente Präzisions- und Schutzteile – von der Einzelanfertigung bis zur Serienteilfertigung.
3Wann sollte ich PC wählen?+
PC lohnt sich immer dann, wenn Transparenz mit Bruchsicherheit, höherer Temperatur oder elektrischer Isolation kombiniert werden muss – zum Beispiel:
- Sicherheits- und Schutzverglasungen, Maschinenschutzscheiben
- Schlagfeste Sichtfenster, Schutzschilde und Visiere
- Transparente Bauteile mit Temperaturen über etwa 80 °C (bis 120 °C)
- Gehäuse und Isolierteile in Elektronik und Elektrotechnik
- Sterilisierbare Bauteile in Medizin- und Labortechnik
4Was bestimmt den Preis eines PC-Teils?+
PC ist ein technischer Thermoplast im mittleren Preissegment und liegt in der Regel über Acrylglas (PMMA), aber unter Hochleistungskunststoffen. Als grobe Orientierung liegen Halbzeugpreise im Bereich von etwa 6–15 €/kg. Den Bauteilpreis bestimmen vor allem Halbzeugform und -abmessung, Materialausnutzung (Verschnitt), Bearbeitungsaufwand und Losgröße. Verbindliche Preise nennen wir gern auf Anfrage anhand Ihrer Zeichnung.
5Wann ist PC nicht die richtige Wahl?+
Ebenso wichtig sind die Grenzen des Werkstoffs:
- Kontakt mit Lösemitteln, Laugen oder Kohlenwasserstoffen (starke Spannungsrissgefahr)
- Dauerhafter Außeneinsatz ohne UV-Schutz – natur-PC vergilbt; dann UV-stabilisierte Typen oder PMMA
- Kratz- und abriebbeanspruchte Oberflächen – PC ist weich; dann hartbeschichtete Typen, PMMA oder Glas
- Höchste optische Klarheit und Vergilbungsfreiheit – dann PMMA
- Sehr enges Budget – PMMA ist meist günstiger
6Vorteile und Nachteile von PC+
Eine ehrliche Abwägung – und wie sich die Nachteile in der Praxis abfedern lassen: Vorteile:
Nachteile:
Praxis-Tipp: PC spielt seine Stärken überall dort aus, wo Transparenz auf Bruchsicherheit und höhere Temperaturen trifft – etwa bei Sicherheitsverglasungen und Maschinenschutz. Zählen dagegen höchste Kratzfestigkeit, Vergilbungsfreiheit und Witterungsbeständigkeit, ist Acrylglas (PMMA) die bessere und günstigere Wahl; für den dauerhaften Außeneinsatz empfehlen wir UV-stabilisierte PC-Typen.
- Extrem hohe Schlagzähigkeit – nahezu bruchsicher, auch bei Kälte
- Hohe Wärmeformbeständigkeit (Dauergebrauch bis ~120 °C)
- Gute Transparenz (~89 %) und hohe Steifigkeit
- Guter elektrischer Isolator; schwer entflammbare Typen (V-0) verfügbar
- Gut spanbar, kalt biegbar und warmumformbar
- Weiche, kratzempfindliche Oberfläche (ohne Hartbeschichtung)
- Empfindlich gegen Lösemittel, Laugen und Kohlenwasserstoffe (Spannungsrisse)
- Ohne UV-Schutz nur begrenzt witterungsbeständig (Vergilbung)
- Höherer Preis und etwas geringere Klarheit als PMMA
Typische Eigenschaften
- Extrem hohe Schlagzähigkeit (nahezu bruchsicher)
- Hohe Wärmeformbeständigkeit (bis ~120 °C)
- Hohe Transparenz (~89 %)
- Hohe Steifigkeit und Maßhaltigkeit
- Guter elektrischer Isolator
- Gut warmumformbar und spanbar
- Schwer entflammbare Typen (V-0) verfügbar
- Für Lebensmittelkontakt geeignet
Typische Industrien
- Maschinen- und Anlagenbau (Schutzscheiben)
- Sicherheits- und Verglasungstechnik
- Elektronik und Elektrotechnik
- Beleuchtungs- und Lichttechnik
- Medizin- und Labortechnik
- Lebensmittelindustrie (Schutz-/Spuckschutz)
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